Männer 1 – Handballregion Bottwar SG 2 | 26:31 (10:15)

HSG STROHGÄU | Männer 1

Als wären sie nie weg gewesen

Musikempfehlung für diesen Beitrag: Dropkick Murphys – The Boys are Back

Mit dem 17. Oktober sind allerhand wichtige und historische Ereignisse verknüpft. Noch heute gedenken Menschen weltweit an die Schlacht bei Vlotho im Jahre 1638, als die kaiserlich-kursächsiche Armee unter dem Kommando von Feldmarschall Melchior Friedrich Gottfried Graf von Gleichen und Hatzfeldt, Herr zu Trachenberg die schwedisch-kurpfälzischen Truppen deutlich schlug und dabei den Pfalzgrafen Ruprecht gefangennehmen konnte. 2005 brannte sich derweil das Bahnunglück bei Hatfield in Hertfordshire auf der East Coast Main Line in das kollektive Gedächtnis der Menschen rund um den Globus, war es doch der zweitschwerste Bahnunfall der gesamten Stadt, nach dem Unglück von 1870. Ereignisse, auf die noch Generationen zurückblicken und darüber sagen werden: „Ja, all das sind Ereignisse, auf die wir zurückblicken.“

Nicht minder historisch ist für die M1 der HSG der 17. Oktober 2020. Das erste Pflichtspiel seit dem 8. März. Das erste Bezirksligaspiel überhaupt. Dementsprechend rekordverdächtig auch die Kulisse um das Spiel herum – so wenig Zuschauer hatten wir noch nie, so teures Kameraequipment ebenfalls noch nicht. Wer also nicht etliche Minuten mit dem Lesen dieses Berichts verbringen möchte, kann darum alternativ auch die gesamte Partie in nur einer guten Stunde schnell in Videoform Revue passieren lassen.

Die HSG kam zunächst gut in die Partie, nach knapp zehn Minuten geriet der in der Sommerpause reichlich geölte Strohgäu-Motor jedoch ins Stocken. Die Gäste aus dem Bottwartal spielten sich langsam aber sicher einen Vorsprung bis zum 4:7 heraus, zunächst ließ sich die HSG allerdings nicht abschütteln. Nach rund zwanzig Minuten setzten sich die Gäste allerdings über einen Fünf-Tore-Lauf zum ersten mal deutlicher ab (8:14). Eine erste Vorentscheidung, die der HSG dementsprechend einen deftigen 10:15-Halbzeitrückstand bescherte.

Nach der Pause versuchte sich die Strohgäuer Mannschaft dennoch an einer Aufholjagd. Elegant wie ein fettleibiges, gichtkrankes Walross robbte sich die Mannschaft tatsächlich bis auf zwei Treffer wieder ran (16:18). Ebenjenes Walross brach allerdings nur Minuten später unter lautem Getöse durch die bis dato unterhalb seinerselbst liegende Eisschicht, sich dabei einen Stoßzahn ab und verschwand somit ebensoschnell in der Versenkung der Tiefsee, wie es gerade noch in diesem Spielbericht erst erschienen war. Will sagen: Es dauerte keine fünf Minuten, ehe die Bottwartäler den alten Abstand wiederhergestellt hatten. Auch in der Schlussviertelstunde gelang es der Mannschaft nicht, erneut nennenswert zu verkürzen. Mit -5 geht die HSG somit aus ihrem ersten Bezirksligaspiel.

Die HSG beginnt die neue Saison also genauso, wie die Alte beendet wurde: Mit einer zu schwachen Leistung gegen HABO. Schön, dass es auch heute noch Dinge gibt, auf die man sich verlassen kann. In zwei Wochen darf die HSG dann zum ersten Auswärtsspiel der Saison nach Ludwigsburg reisen. Zumindest, sofern jeder brav gesund bleibt und sich nicht ins Gesicht husten lässt. Oder sofern die Runde nicht angesichts aktueller Infektionszahlen sowieso erstmal unterbrochen wird. Oder sofern wir nicht einfach alle durch irgendwelche Eisplatten fallen. Oder oder oder. Ach Menschenskinder, was für aufregende Zeiten das doch sind!

Machen jetzt erstmal wieder sieben Monate Pause bis zum nächsten Spiel:
Tor: Heiko Günther, Jonas Braiger
Feld: Moritz Bausch, Kevin Baumert, Nils Schäufelin (4), Julian Kläger, Fabian Schäfer (3), Michael Maier (3/1), Marco Weber (3), Luis Neuhöfer (2), Patrick Kern (2), Sergio Santos Caballero (5), Tobias Gröner, Sebastian Zink (4)
Auf der Bank: Reiner Havenith, Chistopher Bühler, Sascha Rollinger, Jonas Stöckl

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